Astrourlaub im Sternenpark Westhavelland

Vom 24.3. bis 26.3. besuchten wir die Familie Zemlin in ihrer Ferienhausvermietung um "Astrourlaub" zu machen. Wir haben die beiden über das Internet gefunden und waren von der Aussicht mal andere Teleskope auszuprobieren und dem dunklen Sternhimmel (21.65 mag/arcsec² )sehr angetan. Die Möglichkeit nach der Beobachtungsnacht einfach ins Bett zu fallen und nicht erst 50km nach Hause zu fahren tat ihr übriges.

Die Anreise ging von Berlin aus problemlos über die B5 und dauert von Berlin Mitte etwa 1,5h.

Nachdem wir uns gemeldet hatten ging es nochmal etwa 5min mit Auto durch den Wald bis wir in Lochow herauskamen. Hier hat man das Gefühl wirklich auf dem Land angekommen zu sein. Kaum Menschen, hin und wieder mal ein Haus und Totenstille. Für Berliner die nur die Großstadt gewohnt sind, kann das schonmal ein Schock sein. Uns Astronomen freut das natürlich, da wenig Häuser und keine Städte in der Nähe einen guten Nachthimmel bedeuten.

Wir bezogen zu siebt die beiden Doppelhaushälften 3/4. Die Zimmer waren sehr schön ausgestattet und konnten trotz Elektroheizung sehr gut beheizt werden. Detlef Zemlin versicherte uns, dass man das Zimmer selbst bei -10°C draußen noch auf 25°C heizen kann. Da wir erst abends angereist sind, ging es schnell ans Kofferauspacken und dann gleich raus auf die Wiese.

Das Wetter war zum Glück auf unserer Seite. Klarer Himmel mit hin und wieder ein paar kleinen Schleierwolken.

Wir wollten natürlich auch mal andere Geräte ausprobieren. So konnten wir einen 10" SC ACF, 8" Newton, 4" APO und ein Großfeldfernglas 20*88 Semi APO testen. Ich habe noch nie wirklich mit einem Großfeldfernglas beobachtet und war sehr gespannt darauf. Der erste Blick auf Orion mit dem Fernglas war toll! Superscharfe Abbildung und durch das Beobachten mit beiden Augen schien Orion richtig im Raum zu schweben. Der Blick fühlt sich einfach "plastischer" an. Trotzdem kommt das Lichtsammelvermögen natürlich nicht an das von Spiegelteleskopen mit 8" oder mehr ran und bei dunkleren Objekten ist schnell Schluss.

Auch der 4" APO hatte eine super Abbildung und die Sterne im Okular waren bis zum Rand hin rund. Ein Manko war hier jedoch ein fehlender Sucher. Bei 700mm Brennweite einfach ein Muss. Der soll aber zeitnah angeschafft werden. Den 10" SC habe ich persönlich nicht getestet.

Seine eigenen Teleskope kann man natürlich auch aufstellen, was wir auch gemacht haben.

Wer nach Osten hin Deep Sky Aufnahmen machen möchte, muss leider warten bis das Objekt nach Süden gewandert ist. Trotz der Entfernung zu Berlin ist die Lichtglocke nämlich noch schwach am Horizont zu sehen. Richtung Norden,Westen und Süden ist dafür die Sicht frei und der Himmel so dunkel, wie man es schon lange nicht mehr gesehen hat. Ich denke wir konnten alle das Fotografieren und Beobachten was wir uns vorgenommen haben und zufrieden ins Bett fallen. Die Lichtbedingungen vor Ort sind wirklich ausgezeichnet und machen Lust aufs wiederkommen. Wie verbringt man nun am Besten den Tag?

Wir haben erstmal lange ausgeschlafen und sind um den Lochower See gewandert. Alternativ kann man die Umgebung per Rad erkunden oder einfach die Einsamkeit und Ruhe genießen. Muss man dann doch mal was einkaufen, geht das meines Kenntnisstandes nach nur im etwa 9km entfernten Rathenow.

Alles in allem war es ein sehr schöner Wochenendurlaub den wir sicherlich wiederholen werde.


Gästebericht Familie Bertholdt

„Der Naturpark Westhavelland gehört in Deutschland zu den wenigen Gegenden, in denen es nachts noch richtig dunkel wird. Davon haben wir uns in den letzten Jahren wiederholt überzeugt.

Doch, dass wir zwei dunkle und klare Sternennächte erleben werden, wie wir sie bisher nur von La Palma, Namibia und Chile kannten, davon hatten wir nicht zu träumen gewagt.

Wir, das ist eine Gruppe von Amateurastronomen von der Archenhold Sternwarte Berlin, die Ende April Anfang Mai drei erlebnisreiche Tage und Nächte in Lochow in den Ferienunterkünften der Familie Zemlin verbringen durfte. Die Auswahl unser Gastgeber war nicht zufällig. Familie Zemlin hat sich seit einigen Jahren in hervorragender Weise auf begeisterte Hobbyastronomen eingestellt und bietet Natur- und Sternfreunden einen ausgezeichneten Service.

Dank einer sehr günstigen Rückseitenwetterlage, die sich an unserem zweiten Urlaubstag einstellte, erlebten wir nicht nur eine phantastische Fernsicht vom höchsten Berg des westlichen Havellandes, dem Gollenberg, wie man sie normalerweise nur aus dem Hochgebirge kennt, sondern zwei Sternennächte mit Superlativcharakter. Unser Sky Quality Meter zeigte Spitzenwerte zwischen 21,79 und 21,82 mag/arcsec². Sternzählungen ergaben je nach Feld eine visuelle Grenzgröße von 6,8 bis 7,1 Magnituden.

Unsere nächsten Astrokurzreisen nach Lochow haben wir bei Familie Zemlin bereits angemeldet. Die gibt es im September und im Dezember. Und natürlich hoffen wir wieder auf einen traumhaften Sternenhimmel, so wie wir ihn gerade erst vor kurzem erleben durften. „


Atemlos durch die Nacht - ein Astrofotoworkshop im Sternenpark

Bericht


BRESSER Astronomie- Team im Sternenpark Westhavelland von Jochen Fehmer:

Bericht


Ein Wochenende im Sternenpark Westhavelland von Victor Schmidt:

Bericht


Gästebericht Katja Seidel August 2016

Bericht


Gästebericht Robby Markwart Berlin Juni 2016

Vom 02. bis 05. Juni 2016 haben wir unseren Kurzurlaub in Lochow in einem Ferienhaus der Ferienhausvermietung Liane Zemlin verbracht. Am Urlaubsort erlebten wir einen sehr freundlichen Empfang durch die Familie Zemlin, die uns das Ferienhaus samt näherer Umgebung gezeigt hat sowie sehr hilfreiche Tipps für Unternehmungen gegeben hat. Auch auf unsere individuelle Fragen und Wünsche wurde seitens der Familie Zemlin eingegangen, sodass wir uns von der ersten Sekunde sehr wohl gefühlt haben.

Das von uns gemietete Ferienhaus hat uns sehr gefallen und war in einem guten gepflegten sowie sauberen Zustand. Die Ausstattung der Ferienwohnung entsprach genau den Angaben des Angebots. Besonders schön waren die große Terrasse und das Grundstück mit viel Wiese. So haben wir den größten Teil des Urlaubs draußen völlig entspannt genießen können.

Die Umgebung des Ferienhauses in einer Art Ferienhaussiedlung ist sehr schön ruhig, perfekt zum Entspannen und Naturgenießen. Besonders gefallen hat uns auch die unmittelbare Nähe (5 min Fußweg) zur Badestelle des anliegenden Sees, sodass wir viel Zeit beim Schwimmen und Baden verbracht haben. Sehr schön waren auch die angrenzenden Wander- und Radwege, die wir für ausgedehnte Touren in der wunderschönen Natur genutzt haben.

Auch unsere Erwartungen bezüglich des Sternenparks wurden völlig erfüllt. Die Ferienhausvermietung Liane Zemlin bietet ein breites Leihangebot von optischen Geräten zur Sternenbeobachtung an, vom einfachen Feldstecher bis zum „Profi-Teleskop“. So konnten wir genau nach unseren Ansprüchen den Nachthimmel von Lochow erkunden und genießen. Wie versprochen, gab es tatsächlich so gut wie keine Lichtverschmutzung in der Gegend, sodass sich uns ein großartiger Nachthimmel geboten hat.

Auf Empfehlung von Familie Zemlin haben wir uns die Astrobrille Universe2go ausgeliehen. Die Astrobrille samt App Universe2go hat uns gut gefallen. Die Anwendung der Astrobrille und der entsprechenden App ist relativ einfach und wird entsprechend von der App erläutert. Nach Kalibrierung des Smartphones, kann man direkt loslegen. Prinzipiell bieten sich zwei Anwendungsmöglichkeiten des Universe2go. Zum einen kann man die App mit dem Smartphone ohne Astrobrille benutzen. Man hält dazu das Smartphone in den (Sternen)-himmel und sieht auf dem Bildschirm entsprechend die Sterne, samt Namen und kann sich dazu Erläuterungen anhören / anschauen. Insgesamt sind die Ausführungen zu den einzelnen Objekten gut gelungen und nicht zu detailliert, wenn auch für den „gut informierten“ Astronomen vielleicht zu wenig tiefgründig.

Ein besonderes Erlebnis ist natürlich die Anwendung der App mit der Astrobrille. Durch die Astrobrille wird die Anzeige des Smartphones direkt in den Sichtbereich der Augen projiziert. Schaut man nun mit der Astrobrille in den „echten“ Sternenhimmel sieht man sowohl die „echten“ Sterne als auch die „projizierten“ Objekte samt Namen. Bei guter Kalibrierung überlagen sich „echte“ und „virtuelle“ Objekte. Bei längerer Fixierung eines Objekts werden dann gleich auch die entsprechenden Fakten erläutert bzw. angezeigt. Dadurch kann man mal auf anderer Weise den Sternenhimmel erkunden und viel lernen. Insbesondere die Identifizierung der Sternbilder fällt durch die eine entsprechende Projektion der Astrobrille sehr leicht.

Bei wolkenverdeckten Nachthimmel oder gar in geschlossenen Räumen kann man die Astrobrille natürlich auch nutzen. Durch die Projektion des virtuellen Sternenhimmels in das Gesichtsfeld bekommt man einen Eindruck welche Objekte zu sehen „wären“. Gerade tagsüber ist dies eine interessante Anwendung für sternenbegeisterte Personen, die die Nacht nicht abwarten können.

Alles in allem ist die Astrobrille in Kombination mit der App Universe2go eine interessante Anschaffung für Astronomie-Fans, um den Himmel mal auf einer anderen Art und Weise zu erkunden. Sicherlich ersetzt die Astrobrille nicht den „realen Blick“ in den Himmel, bietet aber insbesondere auch für die „kleinen“ Astronomie-Fans eine spannende Möglichkeit den Sternenhimmel auf eine moderne Art und Weise zu erkunden und sich vertraut mit dem Himmelsobjekten zu machen.

Abschließend möchte ich feststellen, dass meine Partnerin und ich zufrieden mit unserem Kurzurlaub waren, zugleich uns sicher sind, dass wir auch nächstes Jahr wieder in einem der Ferienhäuser der Familie Zemlin einen Urlaub verbringen werden.


Gästebericht Cornelius Nordt Berlin und Stefanie Zehrt Juni 2016

Maximale Entspannung unter beeindruckender Sternenkulisse

Wer beides sucht ist in den Ferienhäusern der Familie Zemlin in Lochow perfekt aufgehoben. Die Häuser sind funktional super eingerichtet – es mangelt an nichts. Die engagierten Vermieter komplettieren durch Ihre sympathische Art und die Unterstützung in Sachen Kartenmaterial, Teleskopen und Ihren Tipps für Ausflüge in der Umgebung das perfekte Urlaubserlebnis. In der nahen Umgebung befindet sich ein See, der zum Baden einlädt, und auch sonst hat diese Gegend sehr viel teils unberührt erscheinende Natur zu bieten. Auf Wunsch kann man sich Fahrräder oder auch Kanus ausleihen, um das Umland zu erkunden. Hinzu kommt der wohl auch wissenschaftlich bewiesene Fakt, dass man in klaren Nächten mehr Sterne sehen kann, als in so manch einer Wüste auf der Welt. Unweit von Berlin lässt sich das kleine Feriendorf als kleiner Geheimtipp titulieren. Rechtzeitig buchen empfiehlt sich also ;)

Vielen Dank noch einmal an Familie Zemlin, für den sehr schönen Kurzurlaub in Lochow sowie für Ihre aufmerksame Betreuung. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und kommen gerne wieder.


Gästebericht Christina Dütting Oktober 2015

Wer in einer Stadt wie Münster die Sterne beobachten möchte, hat nicht die besten Voraussetzungen: Auch wenn es ausnahmsweise einmal nicht regnet, rafft der Himmel sich selten zu mehr als blassem Dunst auf.

Das ist im Rest des Münsterlandes auch nicht besser.

Die Lösung liegt auf der Hand: Urlaub im sonnigen Südbaden!

Doch auch im restlichen Deutschland existieren Ferienwohnungen. Nur: warum möchte man da hin? Als Normalmensch eigentlich gar nicht. Als Astrofreak zum Beispiel deshalb, weil es dort dunkel, duster und pechschwarz ist. Und als photophober Münsterländer vermutlich auch, weil die Gefahr eines Photonensturms dort besonders gering ist.

Am Ende entschied der Mondkalender: Michael teilte mir mit ungewohnter Entschlossenheit mit, dass ich meine Herbstferien in diesem Jahr im ostdeutschen Nirgendwo an dem dunkelsten Ort Deutschlands würde verbringen dürfen:

in Lochow, einem Ort, der aus nur einem Weg besteht.

An Michaels Ton erkannte ich, dass Diskussionen ausnahmsweise zwecklos waren. So beschränkte ich meine Energie darauf, für die Mitnahme einer zweiten Garnitur Wäsche und von ein paar Büchern zu kämpfen. („Ich brauche die Teleskope! Im Auto ist nur noch für einen kleinen Koffer Platz!!!“) Netterweise durfte ich überhaupt mit; beinahe hätte ich der Astrofotoausrüstung weichen müssen. („Das ist eine tolle Gelegenheit ...“)

Mit dem Ferienziel konnte ich mich dann aber vor Ort schnell anfreunden: Ruhe, Ruhe, Ruhe. Und vor allem: ein unglaublich nettes Vermieter-Ehepaar! Zum Glück spielte das Wetter nicht ganz so mit wie Michael sich das gewünscht hatte. Nur zwei klare Nächte, die erste und die letzte, waren sternenklar. So musste ich immerhin nicht jede Nacht einsam verbringen.

Für 2016 hat Michael mir schon angedroht, dass meine Ferien leider nicht beobachtungsgünstig liegen. (Wie unsensibel von der Kultusministerkonferenz.) Mit einem gemeinsamen Astro-Urlaub wird es also vorläufig nichts werden.


Gästebericht von Michael Dütting 2015

Wer in einer Stadt wie Münster die Sterne beobachten möchte, hat schlechte Karten und das "Blatt" wird nicht besser: Es wird immer mehr und greller beleuchtet, was besonders in der Weihnachtszeit auffällt. Die zunehmende Lichtverschmutzung hat dafür gesorgt, dass nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch viele Erwachsene in ihrem Leben die Milchstraße noch nie zu Gesicht bekommen haben. Auch weit außerhalb im "dunklen" Münsterland ist das Anwachsen der Lichtglocken über den Städten augenfällig. Wer einen prachtvollen Sternenhimmel erleben möchte, muss mobil sein und viele Amateurastronomen nehmen sogar Fernreisen zu anderen Kontinenten in Kauf. Doch auch in Deutschland existieren noch wenige Flecken, die einen von der Lichtverschmutzung nahezu unberührten Blick auf die Sterne bieten. Zwei dieser Landschaften wurden auf Betreiben engagierter Astronomen in den vergangenen zwei Jahren offiziell zu sogenannten Sternen- oder Darksky-Parks erklärt: Der "Sternenpark Nationalpark Eifel" (Harald Bardenhagen, Astronomie-Werkstatt Sterne ohne Grenzen) und der "Sternenpark Westhavelland" (Andreas Hänel, Planetarium Osnabrück/VdS Fachgruppe Dark-Sky).

Weil die Neumondphase im Oktober 2015 mit den Herbstferien zusammenfiel, fanden Christina und ich relativ schnell ein Reiseziel, das unser beider Urlaubsinteressen (Ruhe und Sterne) abdeckte: Das Westhavelland sollte es diesmal werden! In der Karte des Sternenparks sind mehrere Punkte verzeichnet, an denen Andreas Hänel die Himmelshelligkeit mit einem SQM-Meter ermittelt hat. Ganz in der Nähe des besten Messpunktes (21.78mag/qm) bieten Liane und Detlef Zemlin im kleinen Örtchen Lochow-Ferchesar mehrere Ferienhäuser an und auf ihrer Webseite werben sie mit den besonders guten Bedingungen für Amateurastronomen: Im Ort existiert nur ein beleuchteter Weg mit vorbildlichen Laternen, die ihr Licht nur nach unten abstrahlen. Die Fenster der Häuser verfügen über Jalousien, die von außen (von den Sternguckern) bedient werden können und die wenigen Lampen mit Bewegungsmelder sind mit einen Griff abschaltbar. Ebenso haben sich die Nachbarn auf die nachtaktiven Gäste eingestellt.

Anfang Oktober machten wir uns also auf die gut 500 Kilometer weite Reise Richtung Brandenburg mit drei Teleskopen und einem kleinen Köfferchen für zwei Personen in meinem etwas überladenen Opel. Ferchesar liegt nordöstlich der alten Optikstadt Rathenow und nach Verlassen der Bundesstraße leuchtet schnell ein, warum es hier dunkel ist. Der Ort liegt einsam und abgelegen. Nach einem herzlichen Empfang fuhren wir mit unseren Gastgebern zur Waldsiedlung "Lochow am See": Es ging nochmal mehrere Kilometer über eine Betonspurbahn durch ein Waldgebiet - es wurde also noch einsamer. Am Ziel erwartete uns ein frisch renoviertes Ferienhaus mit Veranda und vollausgestatter Küche, in dem wir uns eine ganze Woche rundum wohl fühlten.

Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit wie ich mir das gewünscht hatte. Nur zwei klare Nächte, die erste und die letzte, waren sternenklar und es war dunkel, richtig dunkel, so dunkel, dass der Spruch "man kann die Hand vor Augen nicht sehen" wieder Bedeutung bekam. Meine Geräte baute ich der Bequemlichkeit halber direkt neben der Veranda auf; zwar war so nur eine Horizontsicht bis etwa 10 Grad möglich, was mir aber unter diesen Bedingungen völlig ausreichte. Etwa 200 Meter außerhalb der Siedlung gibt es ausreichend Platz -1qkm/Teleskop- mit Rundumsicht bis zum Horizont und festem Sandboden, der auch nach längerem Regen schnell trocknet: Ein idealer Ort für Dobson-Schubser! Astrofotografen werden ihre Ausrüstung wohl eher in der Nähe der Unterkunft fest aufbauen, zumal hier auch für Netzstrom gesorgt ist.

Für das jahr 2016 plant die Familie Zemlin den astro-tauglichen Ausbau weiterer Unterkünfte und zusätzlich wird es Beamer und Leinwand für Workshops geben. Teleskoplose Sterngucker werden dann auch vor Ort eine stattliche Auswahl an Instrumenten vorfinden. Das Ziel unseres nächsten Astrourlaubs steht jedenfalls schon fest.


Gästebericht Josef Zens Berlin Februar 2016

Das Wesentliche steht in den vorherigen Bewertungen.

Auch von meiner Seite aus:

Die Ferienwohnung ist bestens gepflegt und sauber und sehr einladend. Eine gute Stunde braucht man von Berlin aus (Vorsicht vor vielen Verkehrsblitzern bei der Anfahrt). Einkaufsmöglichkeiten bestehen im zehn, zwölf Kilometer entfernten Rathenow oder im näher gelegenen Nennhausen. Die Vermieter sind über die Maßen freundlich und zuvorkommend. Bei mir war es so, dass ich im Winter ankam, um mit meiner Tochter zwei, drei Tage Sterne zu gucken.

Ich erhielt nicht nur eine kindgerechte Sternenkarte, sondern auch noch besondere Hilfe: Das Wetter war schlecht (Wolken!), und eigentlich hatte die Naturstation Havelland geschlossen. Doch Familie Zemlin hatte unabhängig von mir dort angerufen und so konnte ich mit meiner Tochter auch außer der Reihe die Ausstellung sehen und mit einem Mitarbeiter dort sprechen. Selbst im Winter ist im Havelland und um Lochow herum sehr schön, und Tipps für Vogelbeobachtungen erhielten wir auch.
Ich kann die Vermietung nur uneingeschränkt weiterempfehlen.


Gästebericht Christina Dütting Oktober 2015

Wer in einer Stadt wie Münster die Sterne beobachten möchte, hat nicht die besten Voraussetzungen: Auch wenn es ausnahmsweise einmal nicht regnet, rafft der Himmel sich selten zu mehr als blassem Dunst auf.

Das ist im Rest des Münsterlandes auch nicht besser.

Die Lösung liegt auf der Hand: Urlaub im sonnigen Südbaden!

Doch auch im restlichen Deutschland existieren Ferienwohnungen. Nur: warum möchte man da hin? Als Normalmensch eigentlich gar nicht. Als Astrofreak zum Beispiel deshalb, weil es dort dunkel, duster und pechschwarz ist. Und als photophober Münsterländer vermutlich auch, weil die Gefahr eines Photonensturms dort besonders gering ist.

Am Ende entschied der Mondkalender: Michael teilte mir mit ungewohnter Entschlossenheit mit, dass ich meine Herbstferien in diesem Jahr im ostdeutschen Nirgendwo an dem dunkelsten Ort Deutschlands würde verbringen dürfen:

in Lochow, einem Ort, der aus nur einem Weg besteht.

An Michaels Ton erkannte ich, dass Diskussionen ausnahmsweise zwecklos waren. So beschränkte ich meine Energie darauf, für die Mitnahme einer zweiten Garnitur Wäsche und von ein paar Büchern zu kämpfen. („Ich brauche die Teleskope! Im Auto ist nur noch für einen kleinen Koffer Platz!!!“) Netterweise durfte ich überhaupt mit; beinahe hätte ich der Astrofotoausrüstung weichen müssen. („Das ist eine tolle Gelegenheit ...“)

Mit dem Ferienziel konnte ich mich dann aber vor Ort schnell anfreunden: Ruhe, Ruhe, Ruhe. Und vor allem: ein unglaublich nettes Vermieter-Ehepaar! Zum Glück spielte das Wetter nicht ganz so mit wie Michael sich das gewünscht hatte. Nur zwei klare Nächte, die erste und die letzte, waren sternenklar. So musste ich immerhin nicht jede Nacht einsam verbringen.

Für 2016 hat Michael mir schon angedroht, dass meine Ferien leider nicht beobachtungsgünstig liegen. (Wie unsensibel von der Kultusministerkonferenz.) Mit einem gemeinsamen Astro-Urlaub wird es also vorläufig nichts werden.


Gästebericht von Michael Dütting 2015

Wer in einer Stadt wie Münster die Sterne beobachten möchte, hat schlechte Karten und das "Blatt" wird nicht besser: Es wird immer mehr und greller beleuchtet, was besonders in der Weihnachtszeit auffällt. Die zunehmende Lichtverschmutzung hat dafür gesorgt, dass nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch viele Erwachsene in ihrem Leben die Milchstraße noch nie zu Gesicht bekommen haben. Auch weit außerhalb im "dunklen" Münsterland ist das Anwachsen der Lichtglocken über den Städten augenfällig. Wer einen prachtvollen Sternenhimmel erleben möchte, muss mobil sein und viele Amateurastronomen nehmen sogar Fernreisen zu anderen Kontinenten in Kauf. Doch auch in Deutschland existieren noch wenige Flecken, die einen von der Lichtverschmutzung nahezu unberührten Blick auf die Sterne bieten. Zwei dieser Landschaften wurden auf Betreiben engagierter Astronomen in den vergangenen zwei Jahren offiziell zu sogenannten Sternen- oder Darksky-Parks erklärt: Der "Sternenpark Nationalpark Eifel" (Harald Bardenhagen, Astronomie-Werkstatt Sterne ohne Grenzen) und der "Sternenpark Westhavelland" (Andreas Hänel, Planetarium Osnabrück/VdS Fachgruppe Dark-Sky).

Weil die Neumondphase im Oktober 2015 mit den Herbstferien zusammenfiel, fanden Christina und ich relativ schnell ein Reiseziel, das unser beider Urlaubsinteressen (Ruhe und Sterne) abdeckte: Das Westhavelland sollte es diesmal werden! In der Karte des Sternenparks sind mehrere Punkte verzeichnet, an denen Andreas Hänel die Himmelshelligkeit mit einem SQM-Meter ermittelt hat. Ganz in der Nähe des besten Messpunktes (21.78mag/qm) bieten Liane und Detlef Zemlin im kleinen Örtchen Lochow-Ferchesar mehrere Ferienhäuser an und auf ihrer Webseite werben sie mit den besonders guten Bedingungen für Amateurastronomen: Im Ort existiert nur ein beleuchteter Weg mit vorbildlichen Laternen, die ihr Licht nur nach unten abstrahlen. Die Fenster der Häuser verfügen über Jalousien, die von außen (von den Sternguckern) bedient werden können und die wenigen Lampen mit Bewegungsmelder sind mit einen Griff abschaltbar. Ebenso haben sich die Nachbarn auf die nachtaktiven Gäste eingestellt.

Anfang Oktober machten wir uns also auf die gut 500 Kilometer weite Reise Richtung Brandenburg mit drei Teleskopen und einem kleinen Köfferchen für zwei Personen in meinem etwas überladenen Opel. Ferchesar liegt nordöstlich der alten Optikstadt Rathenow und nach Verlassen der Bundesstraße leuchtet schnell ein, warum es hier dunkel ist. Der Ort liegt einsam und abgelegen. Nach einem herzlichen Empfang fuhren wir mit unseren Gastgebern zur Waldsiedlung "Lochow am See": Es ging nochmal mehrere Kilometer über eine Betonspurbahn durch ein Waldgebiet - es wurde also noch einsamer. Am Ziel erwartete uns ein frisch renoviertes Ferienhaus mit Veranda und vollausgestatter Küche, in dem wir uns eine ganze Woche rundum wohl fühlten.

Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit wie ich mir das gewünscht hatte. Nur zwei klare Nächte, die erste und die letzte, waren sternenklar und es war dunkel, richtig dunkel, so dunkel, dass der Spruch "man kann die Hand vor Augen nicht sehen" wieder Bedeutung bekam. Meine Geräte baute ich der Bequemlichkeit halber direkt neben der Veranda auf; zwar war so nur eine Horizontsicht bis etwa 10 Grad möglich, was mir aber unter diesen Bedingungen völlig ausreichte. Etwa 200 Meter außerhalb der Siedlung gibt es ausreichend Platz -1qkm/Teleskop- mit Rundumsicht bis zum Horizont und festem Sandboden, der auch nach längerem Regen schnell trocknet: Ein idealer Ort für Dobson-Schubser! Astrofotografen werden ihre Ausrüstung wohl eher in der Nähe der Unterkunft fest aufbauen, zumal hier auch für Netzstrom gesorgt ist.

Für das jahr 2016 plant die Familie Zemlin den astro-tauglichen Ausbau weiterer Unterkünfte und zusätzlich wird es Beamer und Leinwand für Workshops geben. Teleskoplose Sterngucker werden dann auch vor Ort eine stattliche Auswahl an Instrumenten vorfinden. Das Ziel unseres nächsten Astrourlaubs steht jedenfalls schon fest.


Gästebericht von Familie Blaschke

Nach dem WHAT in Gülpe im September 2015 verbrachten wir noch ein paar Tage in Lochow, im Ferienhaus der Familie Zemlin.
Die Bedingungen für astronomische Beobachtungen auf der Wiese hinterm Haus sind in der Tat recht günstig. Kein blendendes Licht dringt bis hierhin. Der Himmelshintergrund ist recht dunkel und vergleichbar mit dem in Gülpe. Leider war es am einzigen klaren Abend etwas dunstig und daher die Transparenz nicht perfekt. Trotzdem haben wir in Zenitnähe, abseits der Milchstraße, reproduzierbar 21,37 mag/arcsec gemessen. Das ist schon ein ordentlicher Wert. Vermutlich geht hier in einer wirklich klaren Nacht noch wesentlich mehr.
Wir begrüßen das Engagement der Familie Zemlin für die Astronomie und freuen uns auf ein Wiedersehen.


Gästebericht Herr Dirk Trommer 2014

Astronomischer Besuch im Ferienhaus von Liane Zemlin in Lochow
Ich war Mitte September in Lochow im Havelland, um mich zu entspannen, die Natur zu genießen, und insbesondere mein Hobby als Astronom auszuüben.
Von Ferchesar erreicht man die Ferienhaussiedlung Lochow auf einem abenteuerlichen Plattenweg von etwa 3 km. Das ist natürlich übertrieben, ein auch nur halbwegs sicherer Autofahrer meistert die Strecke völlig ohne Probleme.
Gewohnt habe ich in der südlichen Wohnung des Hauses 4. Für mich alleine ist die Wohnung mehr als groß genug. Es fällt mir nichts ein, was mir an der Einrichtung der Wohnung gefehlt hätte. Wegen des Vordaches auf der Westseite ist sie aber auch am Tage sehr dunkel. Das sehe ich aber nicht als Problem, denn wer fährt schon in die Natur, um im Haus zu bleiben.
Für das Teleskop ist auf der Ostseite des Hauses viel Platz auf einer festen Wiese siehe Foto. Zur Stromversorgung des Fernrohrs ist eine Steckdose vorhanden. Ein Verlängerungskabel von fünf bis zehn Meter sollte man mitbringen. Die Fenster der benachbarten Ferienwohnung im selben Haus lassen sich von außen mit einem Rollo verdunkeln. Die Benutzung würde ich aber nur vorschlagen, wenn man sich nicht anders mit den Nachbarn einigen kann, zudem Frau Zemlin offensichtlich den Mitbewohnern die Wünsche von uns Astronomen, erklärt.
Apropos Familie Zemlin: Sie waren sehr aktiv daran interessiert, was sie für uns Astronomen noch besser machen können. Das hat mir sehr gut gefallen.
Der Platz ist nach Ende der Dämmerung wirklich dunkel. Es gibt keine Straßenlaternen und die Beleuchtung der anderen Ferienhäusern ist gut genug abgeschirmt. Im Osten sieht man den Lichtkegel von Berlin, aber wirklich nur sehr flach über dem Horizont. In südlicher Richtung sind die Lichter von Rathenow erkennbar. Dies stört aber nur in einem schmalen Bereich zwischen der Baumhöhe mit ca. 15° und etwa 20°. Ansonsten ist der Himmel sehr dunkel, und sowohl der Anblick mit freiem Auge, als auch der im Teleskop sind beeindruckend. Die hier veröffentlichen, von mir hergestellten Fotos, sprechen hoffentlich für sich.
Im Moment gibt es nur noch ein Problem: Es gibt kein Internet. Das soll aber laut Vermieter bald gelöst werden.
Ich werde sicherlich wieder kommen.

Dirk Trommer


Hinweis vom Vermieter:
Ab dem 01.05.15 ist das Vordach an der Westseite des Ferienhauses erneuert. Demzufolge sind dann die Wohnungen wesentlich heller als bisher.
Des Weiteren wird ab dem 01.05.15 allen Gästen je Ferienwohnung ein W-LAN Anschluss und Festnetzanschluss zur Verfügung stehen. Bei dem Festnetzanschluss besteht dann die Möglichkeit in alle Netzen ( ausgenommen sind Sonderrufnummern und Auslandsgespräche ) kostenlos zu telefonieren.

 

Ferienhausvermietung Liane Zemlin --- Ferchesar Dorfstraße 6, 14715 Stechow-Ferchesar --- e-mail: info@l-zemlin.de --- Tel. (033874) 60365